Yohimbe (Pausinystalia yohimbe)

Der Yohimbe ist ein immergrüner Baum, der in den tropischen Regionen von Westafrika beheimatet ist. Er gehört zur Familie der Rötegewächse, die sehr artenreich sind. Darunter befinden sich sehr bekannte Pflanzen wie der Kaffeebaum oder der Chinarindenbaum. Was viele der Pflanzen dieser Familie gemeinsam haben, ist das ihre Inhaltsstoffe eine intensive Wirkung auf den menschlichen Körper haben. Dies trifft auch auf den Yohimbebaum zu, der bis heute von den ursprünglichen Völkern in Kamerun und dem Kongogebiet in der traditionellen Medizin eingesetzt wird.

Die Inhaltsstoffe von Yohimbe

Der Yohimbebaum besitzt eine Vielzahl an Inhaltsstoffen, von denen das Yohimbin das wichtigste ist. Dabei handelt es sich um ein Alkaloid, dass zur Stoffgruppe der Indolalkaloide der unter anderem auch der Mutterkornpilz angehört oder die Alkaloide in den Windengewächsen. Das Yohimbin wirkt vorwiegend auf die ?2-Adrenozeptoren, was zu einer Veränderung in den Blutgefäßen führt.

Auswirkungen auf die Psyche

Kleinere Mengen von Yohimbin haben kaum bis keine Auswirkungen auf die Psyche des Menschen. Erst größere Mengen können die Wahrnehmung verändern. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Halluzinationen, sondern lediglich um eine veränderte Wahrnehmung, die sich unterschiedliche äußern kann. Überwiegend wird berichtet, dass es die Wahrnehmung schärft und gelegentlich auch die Konzentration fördert.

Körperliche Auswirkungen von Yohimbe

Das Yohimbin blockiert Rezeptoren der glatten Muskulatur, was dazu führt, dass die Blutgefäße erweitert werden. Das Alkaloid kann auch sehr rasch die Blut-Hirn-Schranke überwinden, was zur Folge hat, dass der Blutdruck und die Herzfrequenz steigt. Zudem wird die motorische Aktivität verbessert, was jedoch soweit führen kann, dass es zu unkontrolliertem Muskelzucken kommt. Alle diese Auswirkungen auf den Körper machten Yohimbe schon in der traditionellen Medizin Afrikas zu einem Aphrodisiakum. Durch die Erweiterung der Blutgefäße vor allem im Beckenbereich waren sowohl Männer als auch Frauen für die sexuelle Stimulation empfänglicher. Bei der Einnahme von größeren Mengen von Yohimbe berichten Männer häufig von einer Erektion. Es gibt bisher nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen auf die Auswirkungen auf die Libido von Mann und Frau. Einige Studien belegten jedoch auch, dass mit der Einnahme die Anzahl an Orgasmen beim Geschlechtsverkehr zunimmt. Zudem konnten männliche Studienteilnehmer deutlich länger ihre Erektion halten. Daher wird Yohimbe auch gerne als natürliche Alternative zu Medikamenten bei Erektionsproblemen verwendet.

Möglichkeiten zur Einnahme von Yohimbe

Vom Yohimbebaum wird ausschließlich die Rinde verwendet, die die höchste Konzentration an Inhaltsstoffen aufweist. Yohimbe wird nach Europa als getrocknete Rindenstücke gebracht. Diese Rindenstücke können in unterschiedlichster Form konsumiert werden. In den Ursprungsländern wird daraus häufig Tee gebrüht, der die beste Wirkung hat. Daneben gibt es auch alternative Möglichkeiten zur Einnahme, wozu etwa das Kauen der Rinde gehört. Sowohl als Tee als auch gekaut ist die Rinde nicht besonders schmackhaft. Es besteht auch die Möglichkeit die Rinde zu verräuchern, wodurch jedoch ihre Wirkung etwas abgeschwächt wird. In Räuchermischungen, die aphrodisierend wirken sollten, hat die Yohimberinde einen fixen Platz. Idealerweise wird die Rinde mit Vitamin C kombiniert, wodurch die Wirkung deutlich rascher eintritt.

Dosierung von Yohimbe

Für einen Tee werden zwischen zwei und fünf Teelöffel der Rinde in einem halben Liter Wasser für zehn Minuten aufgebrüht. Wird die Rinde das erste Mal verwendet, empfiehlt es sich eine kleinere Menge zu verwenden, um sich langsam an die Wirkung und die richtige Menge heran zu tasten. Damit der Geschmack, den viele als äußerst unangenehm empfinden, kann der Tee noch mit aromatisierenden und aphrodisierenden Gewürzen wie Zimt, Vanille oder etwas Ingwer mischen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Rinde mindestens zehn Minuten gekocht wird, denn bei kürzeren Zeiten werden kaum Inhaltsstoffe gelöst. Als Teil von Räuchermischungen wird die Rinde mit Kräutern wie Mönchspfeffer, Rose, Zimt oder Nelke gemischt, die ebenfalls eine anregende Wirkung auf den Körper haben.

Yohimbe als legales Rauschmittel

Bei Yohimbe handelt es sich um eine legale Pflanze, die in allen Teilen konsumiert werden darf. Sowohl die Verwendung, der Verkauf und auch der Anbau ist legal. Da es sich bei dem Yohimbebaum jedoch um einen tropischen Baum handelt, der bis zu 30 Meter hoch werden kann, wird er hierzulande kaum bis selten kultiviert und ist maximal in botanischen Gärten zu finden.

Mögliche Nebenwirkungen von Yohimbe

Bei der oralen Einnahme von Yohimbe kann es zu starker Übelkeit kommen, aufgrund des unangenehmen Geschmacks. Die Beigabe von Gewürzen und Vitamin C schwächt diesen Effekt jedoch ab. Das Yohimbin hemmt zusätzlich das MAO-Enzym, das den Abbau von giftigen Substanzen fördert. Da das Yohimbin selbst ein giftiges Alkaloid ist, dass vom Körper abgebaut werden muss, müssen Konsumenten damit rechnen, dass der Inhaltsstoff mehrere Tage im Körper ist. Damit verbunden können auch andere für den Körper giftige Substanzen nicht abgebaut werden. Bei der Einnahme sollte daher auf andere Genussmittel, mit giftigen Inhaltsstoffen, verzichtet werden. Von der Einnahme von Yohimbe sollte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen abgesehen werden, da die Erweiterung der Blutgefäße gefährliche Nebenwirkungen auf Betroffene haben kann. Wird Yohimbe mit Medikamenten, die bereits blutgefäßerweiternd wirken, eingenommen, sollte dies in jedem Fall vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.

Von NEUROtiker – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1861868

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