Spice

Spice ist eine Droge, auch als sogenannte Modedroge bekannt, die aus getrockneten Pflanzenteilen und synthetischen Cannabinoiden besteht. Das originale Spice wird vom Londoner Unternehmen „Psyche Deli“ hergestellt, womit schon ersichtlich ist, dass es sich um eine Droge handelt, die eine psychoaktive Wirkung mit sich bringt. Die Droge wird geraucht und dient vielen Konsumenten als Cannabisersatz. Einer der Gründe für den Konsum ist, dass Spice mit herkömmlichen Drogenscreenings für Cannabis nicht nachgewiesen werden kann, was beispielsweise für Konsumenten von Vorteil ist, die sich aufgrund gerichtlicher Auflagen, regelmäßig einem Drogentest unterziehen müssen.

Die chemische Zusammensetzung von Spice

Spice besteht grob genommen aus einer Zusammensetzung unterschiedlicher synthetischer und pflanzlicher Bestandteile. Der Hersteller von Spice gibt an, dass die Inhaltsstoffe aus exotischen Kräutern bestehen. Diese sollen mitunter psychoaktive Wirkweise besitzen. Tatsache ist jedoch, dass keine der angegebenen Pflanzen in Spice gefunden wurden. Stattdessen werden Spice aber der synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoff JWH-018 und Cannabicyclohexanol zugefügt. Problematisch ist, dass die Reinheit der Inhaltsstoffe und deren exakte Wirkung auf den Stoffwechsel des menschlichen Körpers ungeklärt sind. Zudem befinden sich in Spice noch unbekannte aromatische Zusatzstoffe, deren Wirkung auf den menschlichen Organismus ebenfalls gesundheitliche Risiken mit sich bringen könnten.

Die Wirkung auf die Psyche

Die Wirkung auf die Psyche ist ähnlich wie bei Cannabis. Allerdings ist die Intensität des Rausches ca. viermal stärker. Der Konsument erlebt ein ziemlich down machendes High, sodass mancher das Verlangen verspürt, sich hinlegen zu müssen. Bei hoher Dosierung können LSD ähnliche Rauschzustände wie beispielsweise Wahrnehmungsstörungen oder sogar Panikattacken auftreten. Weil die pflanzlichen Inhaltsstoffe mit den künstlichen Cannabinoiden besprüht werden, können sogenannte Hotspots entstehen, welche die Wirkung von Spice derart verstärken, dass ein Teil der Charge zu einem wahren Höllentrip für den Konsumenten ausarten kann.

Die körperliche Wirkung von Spice

Der Konsument verspürt wie beim Konsum von Cannabis ein starkes Durstgefühl aufgrund von Mundtrockenheit. Müdigkeit und Lethargie treten auf. Oftmals sehr viel stärker, als dies beim Genuss von Cannabis der Fall ist. Zudem kann eine sehr starke Antriebslosigkeit auftreten. Oft begleitet von Schwindel, Kopfschmerzen und Herzrasen bis hin zu Herzrhythmusstörungen. Die Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen werden aufgrund mangelnder Reaktionsfähigkeit nicht empfohlen.

Wie wird Spice eingenommen?

Spice wird wie Cannabis als Joint, in der Pfeife oder in einer Bong geraucht. Die Droge wird mit Tabak vermischt, entzündet und der entstehende Rauch wird in die Lunge inhaliert. Der Hersteller deklariert seine Ware als Räuchermischung und warnt vor dem Konsum, um eventuellen rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen. Auf der Umverpackung sind deutliche Warnhinweise aufgedruckt, die vor dem oralen Verzehr beispielsweise in Form von Tees etc. warnen.

Die Dosierung von Spice

Spice sieht Cannabis ähnlich, weshalb viele Konsumenten den Fehler machen, dass sie die gleiche Menge dosieren. Weil die Wirkung von Spice viel stärker als die von Cannabis ist, reicht schon die Menge einer Messerspitze aus, um high zu werden. Spice kann deshalb auch keinesfalls wie Cannabis pur geraucht werden, sondern muss mit Tabak oder Tabakersatz vermengt werden. Besonders unerfahrene Konsumenten können die benötigte Menge für einen Rausch meist schwer einschätzen. Im Zweifelsfall gilt: Lieber weniger als mehr. Oft reicht schon ein einmaliges Inhalieren aus, um high zu werden. Die Wirkung tritt schon wenige Minuten nach der Inhalation auf.

Ist Spice legal?

Der Konsum von Spice ist in der Bundesrepublik und in Österreich seit 2009 verboten und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz sowie gegen das Arzneimittelgesetz. Auch der Handel und die Weitergabe sind verboten. In der Schweiz ist Spice ebenfalls verboten, was aus den Vorschriften der dort geltenden Tabakverordnung resultiert.

Die Gefahren und Nebenwirkungen von Spice

Die gängige Meinung, dass Spice aufgrund der pflanzlichen Inhaltsstoffe nicht schädlich sein kann, ist ein gefährlicher Irrtum. Beim Abbrennen nicht erforschte Inhaltsstoffe können schematische Zersetzungsprodukte freigesetzt werden, die von unterschiedlicher Giftigkeit sind. Hinzu kommen und unberechenbare Reaktionen des Körpers auf die künstlichen Cannabinoide. Die Liste der möglichen Nebenwirkungen ist lang: Beispielsweise Panikattacken, Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Appetitlosigkeit, Gleichgewichtsstörungen, starke Kopfschmerzen, Wahrnehmungsstörungen, epileptische Anfälle, psychische Störungen, Wahnvorstellungen, unbegründete Ängste, Verfolgungswahn etc.

Es wurden zahlreiche Fälle bekannt, in denen die Konsumenten nach dem Konsum von Spice mit Kreislaufversagen in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Weltweit gab es auch schon vereinzelt Todesfälle, die auf den Konsum von Räuchermischungen zurückgehen. Die körperlichen Beeinträchtigungen sind oft noch an den Folgetagen zu spüren. Von dem Konsum von Spice und ähnlichen Produkten kann nur dringend abgeraten werden.

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