Sinicuichi (Heimia salicifolia)

Von peganum from Henfield, England - Heimia salicifolia, CC BY-SA 2.0, Link

Sinicuichi (Heimia salicifolia)

Bei der Pflanze Sinicuichi, die auch als Heimia salicifolia, Abre o sol oder Herva da Vida bekannt ist, handelt es sich um ein jahrhundertealtes Gewächs. Es wird den psychoaktiven Pflanzen zugeschrieben, die bei Einnahme eine psychedelische Wirkung hervorrufen können. Sie wurde bereits zu der Zeit, als die Mayas lebten bei Ritualen zur Öffnung des Geistes verwendet. Die Azteken verehrten sie als Rauschgewächs mit halluzinogener Wirkungsweise.

Chemische Zusammensetzung

Die Inhaltsstoffe, welche die berauschende Wirkung hervorrufen, sind vor allem Alkaloide wie Chinolizidin, Cryogenin, Lyfolin, Lythrin oder Heimin. Bei der Verarbeitung werden Auszüge der Blätter genommen, da nur dort Alkaloide gefunden wurden. Die Wurzeln sowie Samen enthalten diesen Stoff nicht.

Überblick über die Inhaltsstoffe

– Chinolizidin Vertin (Cryogenin)
– Heimin, Dehydrodecodin
– Epidemethocyabresolin, Lythridin
– Cryofolin, Anelesin, Sinicuichin,
– Demethyllasubin-I, Sinin, Vesolidin
– Lyfolin, Lythrin, Abresolin

So wirkt sich die Einnahme auf die Psyche aus

Je nachdem, wie die Sinicuichi eingenommen wird sowie der Dosierung entsprechend, wurden verschieden starke Wirkungen beobachtet. Im Allgemeinen wird angenommen, dass die Pflanze psychoaktiv wirkt. Das bedeutet, dass nach der Einnahme Halluzinationen auftreten können, die vornehmlich im akustischen Bereich liegen. Die Wahrnehmung von Klängen oder Stimmen beziehungsweise die Verzerrung von Tönen kann vorübergehend vorkommen. Doch diese werden zumeist so bemerkt, als kämen sie aus weiterer Entfernung. Die Wirkung kann drei bis vier Stunden andauern.

Körperliche Wirkung

Viele Menschen nehmen das Kraut zur Entspannung ein oder um in einen tranceartigen Zustand zu gelangen. Daneben kann es jedoch zu einem Gefühl der Euphorie kommen. Die Einnahme des Mittels soll sich positiv auf das Gedächtnis auswirken sowie zu einem erholsamen Schlaf beitragen.

So wird die Pflanze am besten eingenommen

Derzeit wird Sinicuichi vor allem in Südamerika sowie Argentinien angebaut. Die Mexikaner konsumieren dieses myrtenartigen (Myrtale) Weiderichgewächs (Lythraceae) zur Entspannung. Heimia salicifolia wird als Tee getrunken oder als Extrakt verwendet. Daneben wird das Gewächs als Rauchkraut genutzt.

Von dieser Naturdroge sind, wie oben bereits angesprochen lediglich einige Teile verwendbar. Denn die Wirkstoffe sind in ausreichend hoher Konzentration lediglich in den Blättern enthalten. Daher werden die getrockneten Blätter zum Tee verarbeitet oder als Rauchkraut verwendet. Doch auch die Zweigspitzen sowie das Kraut der Sinicuichi haben einen hohen Gehalt an den Inhaltsstoffen und eignen sich daher für den Konsum.

Bei diesem Gewächs kommen, wie so häufig bei Pflanzen die klassischen Konsumformen in Betracht. Es gibt Kaltauszüge, Tees sowie spezielle Rezepturen, die sich gut für einen Trank aus Heimia salicifolia eignen. Bestandteile der Pflanze können geraucht oder im Vaporizer verbrannt werden.

Da die Inhaltsstoffe auf das Gedächtnis wirken, stellen die Mexikaner aus dem Blattwerk des Gewächses den Trank des Vergessens her, der auch Sinicuiche genannt wird. Dafür müssen leicht angewelkte Blätter der Pflanze einen Tag lang in Wasser gelegt und im Anschluss daran gut ausgepresst werden. Der Pflanzensaft wird aufgefangen und kann nun am besten an einem sonnigen Ort gären sowie als Trank gelagert werden. Es gibt eine Alternative zu diesem Rezept, dabei werden die frischen Zweigspitzen ausgepresst. Der Saft wird im Anschluss sofort mit etwas Wasser vermischt sowie zur Gärung gebracht. Der Trank fängt nach einiger Zeit an, zu fermentieren und kann dann bereits getrunken werden.

Für einen Tee werden die getrockneten oder frischen Blätter der Pflanze verwendet, die mit heißem Wasser übergossen werden. Wem die Teezubereitung zu bitter ist, der kann noch weitere Kräuter oder wohlschmeckende Blätter anderer Pflanzen hinzumischen.

Dosierung

Bei der Dosierung gehen die Meinungen auseinander. Einige Menschen berichten davon, dass bereits bei fünf bis zehn Gramm der getrockneten Blattmasse eine Wirkung im psychoaktiven Bereich aufgetreten ist. Doch die Autoren der Ratgeber für die Verwendung des Krauts sind der Meinung, dass selbst bei der Einnahme von über 15 Gramm der Bestandteile der Pflanze keine psychoaktiven Wirkungen erkennbar sein können. Denn hierfür müsse zunächst ein Extrakt verwendet werden, das eine Dosis von mindestens 20 bis 25 Gramm der Blätter enthält.

Legalität

Heimia salicifolia unterliegt nicht dem BTMG oder einer anderen gesetzlichen Norm, die dem Vertrieb oder dem Konsum entgegenstehen könnte.

Gefahren sowie Nebenwirkungen

Es kann nach der Einnahme ein leichter Schwindel sowie Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen auftreten. Auch von Tunneleffekten wurde berichtet. Nach dem Konsum können Muskelkater sowie Kopf- und Gelenkschmerzen auftreten. Daneben wurde von Erschöpfungszuständen berichtet. Doch bei einer geringen Dosierung treten solche Effekte kaum oder gar nicht auf. Die Pflanze gehört daher zu den typischen Legal High Kräutern.

Bild von  peganum from Henfield, England – Heimia salicifolia, CC BY-SA 2.0, Link

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