Kratom (Mitragyna speciosa)

Bei Kratom (Mitragyna speciosa) handelt es sich um eine aus Malesien stammende Pflanzenart aus der Gattung der Rötegewächse. Kratom wird aus den Blättern des Roten Sentolbaumes, auch Kratombaum genannt, gewonnen. Die Droge wurde ursprünglich als volkstümliches Arzneimittel gebraucht, und besitzt eine euphorisierende bis sedierende Wirkungsweise. Es sind drei Sorten von Kratom bekannt. Es gibt Blätter mit grünen, roten und mit weißen Blattvenen.

Die chemische Zusammensetzung von Kratom

In Kratom sind mehr als 40 chemische Substanzen enthalten. Die bisher am weitesten erforschten und für die Wirkung der Droge am meisten verantwortlichen Wirkstoffe sind Mitragynin, 7-Hydroxymitragynin und Epicatechin.

Bei Mitragynin handelt es sich um ein Alkaloid, das schon erstmalig 1907 isoliert wurde. Das Alkaloid dockt in geringer Dosis an die Delta-Rezeptoren an. Bei höherer Dosierung auch an die MU-Rezeptoren. Die Struktur von Mitragynin ähnelt der von Psilocybin oder LSD.
7-Hydroxymitragynin ist der Hauptwirkstoff in Kratom. Er interagiert mit den Delta-, MU- und Kappa-Rezeptoren, dockt aber hauptsächlich an die MU- Rezeptoren an. Seine Potenz ist ca. 30-mal höher, als die von Mitragynin. Die Wirkungsweise von 7-Hydroxymitragynin ist der von Opiaten ähnlich.
Epicatechin ist der Wirkstoff, der die freien Radikalen im Körper bekämpft. Es ahmt das körpereigene Insulin nach. Der Wirkstoff mindert das Krebsrisiko und wirkt der Arterienverkalkung entgegen. Zudem verhindert er Bakterienwachstum.

Die Wirkung von Kratom auf die Psyche

Die Wirkung, die Kratom auf die Psyche auswirkt, hängt hauptsächlich von der Dosis ab. Bei der Einnahme von niedrigen Dosen wirkt Kratom stimulierend. Die Aufmerksamkeit und Motivation wird gesteigert und Probanden berichten, dass sich nach der Einnahme ein zufriedenes bis optimistisches und geselliges Gefühl einstellt. Bei höherer Dosierung wird häufig auch von traumartigen Zuständen berichtet.

Die körperliche Wirkung von Kratom

In höheren Dosen wirkt Kratom sehr entspannend und beruhigend. Es können aber auch euphorische Gefühle auftreten. Kratom wirkt schmerzstillend auf den Organismus und ist deshalb hervorragend als Alternative zu verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln geeignet. Besonders zu jenen, die körperlich abhängig machen, denn Kratom besitzt ein nur sehr geringes Suchtpotenzial. In seltenen Fällen erzeugt die Droge Übelkeit bis hin zum Erbrechen.

Die Einnahme von Kratom

Sehr effektiv wirkt Kratom, wenn es in Form eines Tees aus Kratomblättern eingenommen wird. Die Blätter werden ca. 30-40 Minuten in Wasser gekocht. Anschließend kann der Kratom-Tee getrunken werden. Sehr effektiv ist die Wirkungsweise, wenn das Kratom zusammen mit dem Tee konsumiert und nicht herausgefiltert wird. Der Geschmack wird als sehr bitter beschrieben, weshalb es zu empfehlen ist, handelsübliche Teesorten hinzuzufügen und den Tee ausreichend zu süßen.

Kratom wird häufig oral eingenommen. Dazu werden die Blätter gut durchgekaut und ca. 10-15 Minuten im Mund behalten. Die Blätter können auch pulverisiert und in einen Joghurt eingerührt werden. Es wird nicht empfohlen, größere Mengen Kratom oral einzunehmen, weil da die Gefahr besteht, dass der Mund austrocknet bzw. der Joghurt ungenießbar ist.

Vereinzelt wird Kratom auch geraucht, obwohl sich auf diese Weise nur eine sehr kurze und sehr schwache Wirkung einstellt. Manche Konsumenten verspüren beim Rauchen überhaupt keine Wirkung. Zudem ist nicht erforscht, ob das Rauchen von Kratom eine negative Wirkung auf die Gesundheit ausübt.

Wem der Geschmack von Kratom überhaupt nicht zusagt, der kann auf Kratompulver in Gelee-Kapseln zurückgreifen. Für eine wirksame Dosis müssen jedoch mehrere Kapseln geschluckt werden, weil eine Kapsel nur ca. 0,5 Gramm Pulver aufnehmen kann.

Dosierung von Kratom

Die richtige Dosierung von Kratom richtet sich nach der Qualität. Bei hochwertigem Kratom wird für eine geringe Dosis ca. 2-4 Gramm verwendet. Für eine mittlere Dosis werden ca. 4-5 Gramm benötigt und für eine hohe Dosis ca. 5-8 Gramm. Bei einer weniger guten Qualität des Kratoms werden für eine geringe Dosierung ca. 3-5 Gramm verwendet. Die mittlere Dosierung beträgt ca. 5-10 Gramm und eine hohe Dosis wird mit der Einnahme von ca. 7-15 Gramm erzielt.

Wichtig: Wird Kratom als Extrakt eingenommen, reicht für eine geringe Dosierung eine Menge von ca. 1-2 Gramm aus. Für eine mittlere Dosierung werden ca. 2-3 Gramm benötigt und eine hohe Dosis erfordert ca. 3-6 Gramm. Kratom-Extrakt wirkt deutlich stärker als Kratom in Form von Blättern oder Pulver.

Ist Kratom legal?

Kratom fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und ist somit in Deutschland, aber auch in Österreich und in der Schweiz legal. Auch fällt Kratom seit 2015 nicht mehr unter das Arzneimittelgesetz und darf somit auch außerhalb von Apotheken erworben werden.

Gefahren und Nebenwirkungen von Kratom

Kratom kann, besonders bei der Einnahme von höheren Dosen, Übelkeit mit anschließendem Erbrechen verursachen. Auch kann es Schwindel oder eine veränderte Wahrnehmung hervorrufen, weshalb Kratom nicht eingenommen werden sollte, wenn anschließend Maschinen bedient werden oder am Straßenverkehr teilgenommen wird. Manche Konsumenten berichten von einem gesteigerten Wärmegefühl. Nach dem Abklingen der Wirkung kann sich ein Kater ähnliches Gefühl einstellen.

Bei vereinzelten Personen führte der dauerhafte Konsum von Kratom zu Leberschäden und akutem Leberversagen. Die Schäden waren jedoch reversibel und es gab keine Todesfolgen. Ärzte vermuten, dass dies aber nur bei Konsumenten der Fall ist, deren Leber die im Kratom enthaltenen Alkaloide nicht richtig abbauen kann.

Gerade für Menschen mit depressiven Verstimmungen besteht die Gefahr, dass sie von Kratom abhängig werden. In der Regel ist Kratom aber nur schwach suchterzeugend und der Konsum kann jederzeit wieder eingestellt werden.

Von Uomo vitruviano – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12196426

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