Die Katzenminze (Nepeta cataria)

Die sogenannte „Echte Katzenminze“ (Nepeta cataria) ist eine weit verbreitete Nahrungs-, Rausch- und Heilpflanze. Sie ist den Lippenblütlern (Lamiaceae) zuzuordnen und insbesondere bei den namensgebenden Vierbeinern äußerst beliebt. Die Blätter des filigranen Gewächses, das bis zu einem Meter hoch werden kann, erinnert an Brennesseln. Die mehrjährige Katzenminze ist sehr robust und winterresistent. Von April bis Juli bilden sich an ihren Triebenden weiße Lippenblüten, die nach Minze und Zitrone duften. Die ätherischen Öle der Katzenminze machen sie nicht nur für Katzen unwiderstehlich – auch der Mensch kann ungemein von der Pflanze profitieren.

Chemische Zusammensetzung

Grundsätzlich sind zwei Hauptbestandteile der Katzenminze für ihre Wirkung auf Mensch und Tier verantwortlich: Nepetalacton und Actinidin. Ersterer ist ein Bestandteil des ätherischen Öls der Pflanze und gilt als der Hauptwirkstoff, der die Katzenminze so anziehend für die Stubentiger macht. Insgesamt enthält die Heilpflanze bis zu 0,7 Prozent an ätherischen Ölen, die für eine Weiterverarbeitung extrahiert werden können. Actinidin, dem zweiten wichtigen Bestandteil der Katzenminze, ist die Wirkung auf den Menschen zuzuschreiben. Weitere Bestandteile sind Isodihydronepetalacton und Dihydronepetalacton.

Wirkung auf die Psyche

Der Duft der Nepeta cataria zieht nicht nur Katzen magisch an, sondern ist auch für seine stimmungsaufhellende Wirkung beim Menschen bekannt. Gleichzeitig wirkt die Katzenminze auch mild sedativ und soll bei nervösen Zuständen ein hilfreiches Mittel zur Beruhigung sein. Auch bei Reizbarkeit oder Schlaflosigkeit kann das Kraut Wunder wirken. Das Rauchen der Pflanze wird häufig mit dem Auftreten leicht halluzinogener Zustände in Zusammenhang gebracht. So wird bei gerauchter Katzenminze vermehrt über eine veränderte oder intensivere Wahrnehmung von Tönen und Farben berichtet. Doch auch in großen Mengen kosumiert soll die Wirkung der Pflanze lediglich einem sehr abgeschwächten und kurzzeitigen Cannabis-Rausch entsprechen.

Körperliche Wirkung

Aufgrund ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkstoffe lässt sich die Katzenminze auch zur Linderung von Beschwerden, die durch Erkältungskrankheiten verursacht werden, einsetzen. Das Kauen frischer Katzenminze-Blätter verschafft bei Zahnschmerzen wohltuende Linderung. Das Gewächs soll nicht nur effektiv den Appetit anregen, sondern auch krampflösend, schweißbildend und fiebersenkend wirken. Die Blätter der Pflanze eignen sich bei äußeren Verletzungen hervorragend für einen Umschlag. Auch in Salben gegen Hämorrhoiden und Rheuma wird die Katzenminze ab und zu verwendet.

Einnahme

Das getrocknete Kraut kann entweder geraucht, vaporisiert oder als Tee zubereitet werden. Katzenminze, die als Tee konsumiert wird, ist die effektivere und schmackhaftere Methode, da das Heißgetränk erfrischend nach Zitrone und Minze schmeckt. Zum Brauen des Tees wird die gewünschte Menge des Krauts in einer Tasse mit heißem, aber nicht kochendem Wasser übergossen. Nach einer Ziehzeit von etwa 15 Minuten kann das Pflanzenmaterial mithilfe eines Teefilters oder Küchensiebs herausgefiltert werden.

Zwar können durch das Rauchen der Katzenminze leichte Effekte eintreten, für eine starke Wirkung lässt sich aufgrund der Notwendigkeit einer hoch angesetzten Dosierung allerdings nicht genug Rauch inhalieren. Hierzu können die getrockneten und zerkleinerten Blätter und Blüten der Katzenminze entweder pur geraucht werden oder mit Tabak vermengt werden. Die Tabakmischung wird wie ein gewöhnlicher Joint gedreht.

Bei einer Temperatur von 100-150°C lässt sich Katzenminze auch hervorragend im Vaporizer verdampfen. Das Vaporisieren der Heilpflanze schont die Lunge und ist daher deutlich gesünder als das Rauchen. Auch das Extrakt der Katzenminze kann – je nach Konsistenz – entweder geraucht, mit warmem Wasser oder auch in Kapselform eingenommen werden.

Dosierung

Bei Tee in eigener Herstellung gelten 5-10g Katzenminze pro Liter Wasser als leichte Dosierung. 10-15g und 15-25g pro Liter entsprechen einer mittleren und hohen Dosis. Wer die Nepeta cataria rauchen möchte, muss sich nicht zwingend an eine bestimmte Dosierung halten. Die normale Dosis liegt etwa bei 0,7-2g. Ein 50:1-Extrakt aus dem Handel wirkt bereits bei 200mg, während 300-500mg als eine hohe Dosis bezeichnet werden.

Legalität

Die Katzenminze ist ein leichtes, legales Psychedelikum. Getrocknete Katzenminze wird wegen ihrer Wirkung auf die Tiere gerne Katzenspielzeug beigegeben. Die Nepeta cataria kann daher nicht nur in vielen Tierfachgeschäften, sondern auch in Drogerien, Reformhäusern oder Apotheken erworben werden. Tipp: Es ist sinnvoll, die Katzenminze in der Apotheke zu kaufen. So kann ausgeschlossen werden, dass sich Verunreinigungen im Kraut befinden.

Nebenwirkungen und mögliche Gefahrenquellen

In Bezug auf den Konsum der Katzenminze liegen bislang keine unerwünschten Nebenwirkungen vor. Prinzipiell geht daher vom Rauchen der Pflanze keine gesundheitliche Gefahr aus, da in ihr aus medizinischer Sicht auch keine psychoaktive Substanz enthalten ist. Da es keine klaren Indizien für die berauschende Wirkung der Heilpflanze gibt, ist ihr Konsum auch nicht verboten. Selbst Mediziner empfehlen in manchen Fällen, die Katzenminze zu rauchen oder diese aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung als Tee zu sich zu nehmen. Eine Gefahr, vom Rauchen des Krauts abhängig zu werden, besteht nicht. Allerdings sollte bei aller Legalität und Ungefährlichkeit auch berücksichtigt werden, dass selbst ein harmloses Gewächs wie die Katzenminze unter Umständen zur „Einstiegsdroge“ werden kann.

Von KENPEI – KENPEI’s photo, CC BY-SA 3.0, Link

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